Körperliches - Teil 1
Neben meiner Abnahme arbeite ich auch an anderen körperlichen Baustellen, über die ich bereits gebloggt habe oder noch werde. Ich finde es als wichtig, darüber zu schreiben, um zu informieren und gegebenfalls auch Ängste zu nehmen.
Kommen wir heute zu meinem Ohr.
Ich habe von Geburt an eine Behinderung an meinem linken Ohr. Offensichtlich fehlt der obere Teil der Ohrmuschel, dazu ist der Gehörgang extrem schmal. Wo dieser normalerweise den Durchmesser eines Strohhalms hat, ist mein Gehörgang weniger als 1mm breit - aber vorhanden. Vor allem dies sorgt dafür, dass mein (funktionierender, aber ungeübter) Hörnerv nicht zu benutzen ist und ich de facto taub bin auf der linken Seite.
Ehrlich gesagt hat mich das nie groß behindert im Leben. Das rechte Ohr funktioniert auf Gold-Standard-Qualität (Zitat HNO) und bei der akustischen Reizüberflutung heutzutage ist es eh so, daß Wahrnehmung per Gehör viel weniger wichtig ist. Und nach 38+ Jahren lernt man, mit den Einschränkungen zu leben, also wo man sich bspw. bei einer gemütlichen Runde hinsetzt oder das man immer links eines Partners geht. Und Vorteile hat es auch: Man legt sich einfach aufs rechte Ohr und hat die ruhigste Nachtruhe überhaupt. Ich habe alos nicht gelitten darunter, zumindest nicht vordergründig.
Dr. Burgmayr von HNO Fürth interessierte sich für mein Ohr - ich war wegen einer anderen Geschichte bei ihm - und wies mich darauf hin, was heutzutage operativ so möglich ist und das es auch eine Kassenleistung ist. Und ich wollte dem dann nachgehen. Ich mag grundsätzlich Symmetrie und bin auch gespannt darauf, wie es so ist, in Stereo zu hören. Nur, weil man es nie hatte, heißt es ja nicht, dass man es nicht vermissen würde. Das ist so ein bisserl wie das Wohlfühlgewicht. ;-)
Nach kleineren Umwegen und Rückschlägen kam ich dann ans Uni-Klinikum Würzburg, wo man sich auf diesem Gebiet gut auskennt. Dr. Kleinsasser - eine Koryphäe auf dem Gebiet - sowie 2 andere Oberärzte informierten mich eingehend und ich entschloss mich dann, deren Rat zu folgen.
Der erste Teil wurde nun angegangen, Stand heute befinde ich mich in der Heilungsphase. Mir wurde Rippenknorpel entnommen, dieser wurde zu einer Ohrmuschel geformt. Am linken Ohr hingegen wurden die Teile (wie der "Knubbel" oben), die das Ohr so nicht brauchte, entfernt und die neue Ohrmuschel unter die Haut implantiert, wo sie nun mit dem Körper harmonieren und heilen soll.
Es war meine erste Operation mit Vollnarkose überhaupt und ich war sehr gespannt darauf. Mein Abnehm- und Fitnessprogramm half mir nicht nur sehr dabei, sondern ich vermute auch, dass es erst auch meine Abnahme ermöglichte, operiert zu werden. Grundsätzlich allein schon 190kg Lebendmasse zu narkotisieren ist schwierig (und gelang einem Darm-Inspektor vor ein paar Jahren schon nicht).
OP und alles im Krankenhaus lief nahezu perfekt. Keine Komplikationen bei rund 5 Stunden Operation, schnelles Aufwachen und generell wenig bis keine Schmerzen. Generell störte nur das Gebamsel am Kopf sowie die Bauchwunde, die, einer Bauchzerrung gleich, massiv die Bewegungsfähigkeit einschränkte. Aber gerade mein Training ermöglichte, sich nicht so sehr auf Bauchmuskeln zu verlassen und andere Stabilisationsmuskeln halfen sehr dabei, relativ schnell auf die Beine zu kommen.
Achtung, hier kommt dann nun der "grafische" Teil des Postings. Ein Bild vom letzten Mittwoch, also etwa eine Woche nach der Operation:
Die orangene Paste ist von der Operation. Das bisserl Blut im Ohr auch. Ansonsten ist alles ziemlich gut verheilt, durchblutet, aber weder blau noch schwarz. Wenn man genauer hinsehen mag, dann sieht man die Ohrmuschel, wie sie unter der Haut liegt und grob ihre Konturen durchdrückt.
In Phase 2 wird dann das Ohr abgesetzt, so dass es wie ein normales Ohr ausschaut. Dazu dann mehr, wenn es soweit ist.
Mein erster Nachsorgetermin ist vorbei. Das Ohr heilt gut. Die Kontur ist wohl noch nicht so ausgeprägt wie gewünscht/gedacht und alles leicht geschwollen - aber im Rahmen.
Das heißt: weiterhin geduldig sein, nur auf der rechten Seite schlafen können und mit einem großen Kopfverband ausharren. Wird schon. :-)
Der weitere Fahrplan ist jetzt, dass Ende September, Anfang Oktober die nächste und geplant vorerst letzte OP stattfindet. 4 Wochen nach diesem Termin wird das Implantat dann eingestellt, ab dann bin ich an sich durch. Nach einem Jahr macht man dann idR Nachkontrolle und etwaige Nachbesserungen an der Optik.
Kommen wir heute zu meinem Ohr.
Ich habe von Geburt an eine Behinderung an meinem linken Ohr. Offensichtlich fehlt der obere Teil der Ohrmuschel, dazu ist der Gehörgang extrem schmal. Wo dieser normalerweise den Durchmesser eines Strohhalms hat, ist mein Gehörgang weniger als 1mm breit - aber vorhanden. Vor allem dies sorgt dafür, dass mein (funktionierender, aber ungeübter) Hörnerv nicht zu benutzen ist und ich de facto taub bin auf der linken Seite.
Ehrlich gesagt hat mich das nie groß behindert im Leben. Das rechte Ohr funktioniert auf Gold-Standard-Qualität (Zitat HNO) und bei der akustischen Reizüberflutung heutzutage ist es eh so, daß Wahrnehmung per Gehör viel weniger wichtig ist. Und nach 38+ Jahren lernt man, mit den Einschränkungen zu leben, also wo man sich bspw. bei einer gemütlichen Runde hinsetzt oder das man immer links eines Partners geht. Und Vorteile hat es auch: Man legt sich einfach aufs rechte Ohr und hat die ruhigste Nachtruhe überhaupt. Ich habe alos nicht gelitten darunter, zumindest nicht vordergründig.
Dr. Burgmayr von HNO Fürth interessierte sich für mein Ohr - ich war wegen einer anderen Geschichte bei ihm - und wies mich darauf hin, was heutzutage operativ so möglich ist und das es auch eine Kassenleistung ist. Und ich wollte dem dann nachgehen. Ich mag grundsätzlich Symmetrie und bin auch gespannt darauf, wie es so ist, in Stereo zu hören. Nur, weil man es nie hatte, heißt es ja nicht, dass man es nicht vermissen würde. Das ist so ein bisserl wie das Wohlfühlgewicht. ;-)
Nach kleineren Umwegen und Rückschlägen kam ich dann ans Uni-Klinikum Würzburg, wo man sich auf diesem Gebiet gut auskennt. Dr. Kleinsasser - eine Koryphäe auf dem Gebiet - sowie 2 andere Oberärzte informierten mich eingehend und ich entschloss mich dann, deren Rat zu folgen.
Phase 1: Aufbau der Ohrmuschel
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| ICH BIN DER, DER KLOPFT! |
![]() |
| Yay, alles toll. |
Es war meine erste Operation mit Vollnarkose überhaupt und ich war sehr gespannt darauf. Mein Abnehm- und Fitnessprogramm half mir nicht nur sehr dabei, sondern ich vermute auch, dass es erst auch meine Abnahme ermöglichte, operiert zu werden. Grundsätzlich allein schon 190kg Lebendmasse zu narkotisieren ist schwierig (und gelang einem Darm-Inspektor vor ein paar Jahren schon nicht).
OP und alles im Krankenhaus lief nahezu perfekt. Keine Komplikationen bei rund 5 Stunden Operation, schnelles Aufwachen und generell wenig bis keine Schmerzen. Generell störte nur das Gebamsel am Kopf sowie die Bauchwunde, die, einer Bauchzerrung gleich, massiv die Bewegungsfähigkeit einschränkte. Aber gerade mein Training ermöglichte, sich nicht so sehr auf Bauchmuskeln zu verlassen und andere Stabilisationsmuskeln halfen sehr dabei, relativ schnell auf die Beine zu kommen.
Achtung, hier kommt dann nun der "grafische" Teil des Postings. Ein Bild vom letzten Mittwoch, also etwa eine Woche nach der Operation:
Die orangene Paste ist von der Operation. Das bisserl Blut im Ohr auch. Ansonsten ist alles ziemlich gut verheilt, durchblutet, aber weder blau noch schwarz. Wenn man genauer hinsehen mag, dann sieht man die Ohrmuschel, wie sie unter der Haut liegt und grob ihre Konturen durchdrückt.
In Phase 2 wird dann das Ohr abgesetzt, so dass es wie ein normales Ohr ausschaut. Dazu dann mehr, wenn es soweit ist.
Update 08.08.2017
Mein erster Nachsorgetermin ist vorbei. Das Ohr heilt gut. Die Kontur ist wohl noch nicht so ausgeprägt wie gewünscht/gedacht und alles leicht geschwollen - aber im Rahmen.Das heißt: weiterhin geduldig sein, nur auf der rechten Seite schlafen können und mit einem großen Kopfverband ausharren. Wird schon. :-)
Update 24.08.2017
Eigentlich war ich nur zum Verbandswechsel hingefahren, glücklicherweise war aber mein verantwortlicher Arzt Dr. Kleinsasser dort. Nach positiver Begutachtung und gutem Heilungsverlauf wurde ich von meinem Schaumstoffverband befreit und habe die Freigabe, mich auch mal wieder auf das Ohr legen zu dürfen. Lebensqualitätsgewinn! :DDer weitere Fahrplan ist jetzt, dass Ende September, Anfang Oktober die nächste und geplant vorerst letzte OP stattfindet. 4 Wochen nach diesem Termin wird das Implantat dann eingestellt, ab dann bin ich an sich durch. Nach einem Jahr macht man dann idR Nachkontrolle und etwaige Nachbesserungen an der Optik.



Sehr beeindruckend <3 und toll was heutzutage alles möglich ist!
AntwortenLöschenAlles gute für die folgenden OP´s
Hallo Marc,
AntwortenLöschenbin durch deine Fussball Kommentare auf diese Seite geraten, hätte eine Frage bez. der anderen (angedachten?) OP, meinem besten Freund wurde gerade leider abgeraten (oder er hat Angst?), dabei wäre es wohl die beste, letzte und einzige Möglichkeit ihm zu helfen weiterhin ein selbst bestimmtes Leben zu führen. Welches Klinikum nimmt diese Art OP`s in Angriff? Nehme an -und hoffe- es ist im RheinMainGebiet.
05er Grüße
Edda
Hallo Marc,
AntwortenLöschenkomme über den Fußball auf diese Seite, möchte meinem besten Freund helfen und bräuchte das Klinikum (oder Doc), welche deine (angedachte?) nächste OP durchführen würde. Ihm wurde im KH in Wiesbaden leider abgeraten (oder er hatte Angst?), wäre zu gefährlich....
05er Grüße
Edda