Intermittierendes Fasten




Da bei mir das Gewicht seit einiger Zeit hängt mache ich nun seit 3 Tagen intermittierendes Fasten. Da ich noch totaler Anfänger bin kann ich noch nicht allzu viel dazu sagen, aber ich versuche mal euch das ganze näher zu bringen :)

Erst mal ein wenig Theorie:

Intermittierendes Fasten bedeutet eigentlich nur, dass man eine Weile nichts isst... ganz vereinfacht gesagt. Dazu gibt es mehrere Konzepte die man so einarbeiten kann, wie sie am besten in den Alltag passen. Ich stelle euch mal 3 vor.

16:8 –
Hierbei isst man 16 Stunden lang nichts und dann 80% seines Gesamtumsatzes innerhalb von 8 Stunden. Wann man isst bleibt jedem selbst überlassen. Man kann zum Beispiel das Frühstück ausfallen lassen, um 12 Uhr zu Mittag essen, um 16 Uhr eine Kleinigkeit und um 19 Uhr dann das Abendessen. Man kann aber auch um 10 Uhr Frühstücken, um 14 Uhr Mittag essen und um 17 Uhr dann noch etwas zum Abend. Wichtig ist nur, dass man in den 16 Stunden nichts mit Kalorien zu sich nimmt und auf seine Kalorien und Makros achtet. Vorteil für viele ist, dass es sich gut in den Alltag anpasst und daher leicht durchzuziehen ist.

5:2 -
Dieses Konzept stützt sich darauf, dass man an 2 Tagen fastet. Bedeutet: an 2 Tagen in der Woche nimmt man bis zu 500 Kalorien zu sich. Einige sagen noch, dass man nichts Festes zu sich nehmen sollte (also nur Suppen), andere sagen, dass man alles essen darf was man möchte, solange es die 500 Kalorien nicht übersteigt. An den anderen 5 Tagen isst man dann normal seinen Gesamtumsatz. Der Vorteil an dieser Methode ist, dass man nur an 2 Tagen wirklich „verzichten“ muss, während man an den anderen Tagen schlemmen kann.

10in2 -
Hierbei stehen die 1 und die 0 als einzelne zahlen. Bei diesem eher herausforderndem Konzept isst man 36 Stunden nichts, dann aber in 12 Stunden 150% seines Gesamtumsatzes. Einigen Leuten fällt diese Methode am einfachsten, weil man in den Zeiten wo man essen darf richtig schlemmen kann… oder sogar muss.

Ziel dieser Nicht-Ess-Phasen ist die „Autophagie“. Wörtlich übersetzt heißt das „sich selbst verzehrend“… was wenig einladend klingt. Es bedeutet aber eigentlich nur, dass alte Zellelemente genutzt werden um neue Zellen zu erschaffen. Der Körper „entschlackt“.

Ich muss hier natürlich hinzufügen, dass intermittierendes Fasten kein Low Carb Konzept ist, aber man kann es wunderbar auch in der Low Carb Variante anwenden.


So viel zur Theorie, jetzt meine Gedanken dazu:

Ich bin so ehrlich… die Autophagie interessiert mich so sehr wie das neue Buch von Nicole Jäger… nämlich kein Stück. Ich weiß nicht, ob es sowas wie entschlacken wirklich gibt, ob man deswegen Hungern sollte und ob das überhaupt der richtige Weg ist. Wenn nebenbei sowas passiert, umso besser 😉

Alles was man an dem Konzept interessiert ist es, dass ich meinen Kalorienhaushalt einfach besser im Griff habe, wenn ich feste Grenzen habe, die vernünftig sind. Unvernünftig sind für mich z.b. 300 Gramm pro Mahlzeit… ganz ohne weitere Erklärung über Eiweiss, Kaloriengehalt, oder Vitamine und Mineralstoffe. Ich denke ihr wisst worauf ich anspiele.




Beim intermittierenden Fasten dreht sich viel um Kalorien, um Makros und auch um Sport. Es wird immer wieder darauf hingewiesen, wie gut Sport ist und wie wichtig er ist. Ich liebe diese Ehrlichkeit.

Dann bin ich aber auch so ehrlich: Sowohl die 5:2 Variante, als auch die 10in2 sind mir persönlich einfach zu heftig… besonders für den Anfang. 16:8 aber passt perfekt in meinen Arbeitsalltag (das erste Wochenende habe ich ja erst noch vor mir). Ich frühstücke nicht, sondern trinke nur einen Kaffee am Morgen. Der hilft mir die Zeit bis 12 Uhr zu überstehen. Dann gibt es Mittagessen. Zwischen 15 und 16 Uhr esse ich dann noch mal eine Kleinigkeit, z.B. einen Quark mit Beeren und trinke einen weiteren Kaffee dazu und um 19 Uhr wenn ich nach Hause komme gibt es dann das Abendessen.

Für mich ist das tatsächlich ein „Rückschritt“. Bei AoH habe ich gelernt zu frühstücken. Nein… ich musste mich dazu zwingen zu frühstücken. Das ging nach 2 Wochen dann tatsächlich auch erstaunlich gut…. Nur die Begründung warum man frühstücken MUSS kann man natürlich in der Pfeife rauchen. Jetzt frühstücke ich nicht mehr. Da ich grade erst bei Tag 3 bin fällt mir die Zeit von 11 bis 12 tatsächlich grade schwer, aber umso schöner ist es dann mein Mittagessen zu genießen.

Die neuen Grenzen haben für mich auf jeden Fall einen großen Vorteil: Ich muss und will wieder mehr planen. Ich tracke genauer, achte besser darauf was ich esse und dadurch, dass ich wieder anfange mich auf Sachen zu freuen entwickle ich wieder mehr Freude daran mir Sachen frisch zuzubereiten. Abends bin ich endlich wieder satt und ganz ohne schlechtes Gewissen.

Außerdem merke ich, dass ich wieder motivierter und wacher bin. Ich weiß nicht, ob es durch die Ernährung kommt oder dadurch, dass ich mich wieder mit etwas neuem beschäftigen kann, aber irgendwas hat ich verbessert.

Ich weiß nicht, wie lange ich dabei bleibe. Ich glaube ich bin einfach ein Mensch, der immer wieder mal was umstellen muss, neue Dinge testen muss und neue Grenzen braucht. Stellt sich irgendwann zu viel Freiheit ein werde ich nachlässig. Für den Moment tut es mir aber gut.

Schöner Nebeneffekt: Dadurch dass ich bis 12 Uhr nichts esse habe ich trotzdem gerne was warmes im Magen. Des Rätsels Lösung ist, dass ich jede Menge ungesüßten Tee trinke und es sehr viel leckerer finde.

Vielleicht findet sich der ein andere andere ja wieder. Stellt mir gerne Fragen und korrigiert mich, falls ich Mist erzähle. Ich lerne ja grade auch erst noch :D

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